Projektvorstellung : Der Zuckerwattenläufer

Wenn Familie und/oder Bekannte erfahren das man sich mit Stricken und Häkeln beschäftigt passiert etwas sehr Faszinierendes:

„Schau mal, das habe ich beim Einkaufen gesehen. Da kannst du doch bestimmt was Tolles draus machen!“

Überreicht wird einem mit diesem Satz ein Garn in einer Qualität das man sonst nicht mal mit den Fingerspitzen anfassen würde. Ihr wisst schon, dieses Zeug was uns schon Juckreiz verschafft wenn wir nur dran denken.

Diese Unfälle gibt es meist in irgendwelchen Warenhäusern und Ramschläden für 99Cent das Knäuel zu kaufen. Preis und Qualität koalieren hier prächtig miteinander.

Da wir ja gut erzogen sind lächeln wir und bedanken uns höflich, während wir uns im Kopf mit dem angebotenen Horrorutensil einen Strick knüpfen.

Meist verschwindet dann Alles in einer „fass-ich-nur-in-Notfällen-an“-Kiste. Ich für meinen Teil spende dann öfter mal etwas für Übungsgruppen oder nutze es selbst zum ausprobieren neuer Muster, für manche Sachen muss man nicht das feine Silk Touch Merinogarn für 20€ das Knäuel verpulvern.

Und manchmal, ganz ganz selten, kommt die zündende Idee für exakt dieses eine Garn. Dann gefällt einem die Farbe eben doch ganz gut oder man ist so verzweifelt das man Alles benutzen würde um ein bisschen mit den Stricknadeln zu klappern.

Aus eben einer solchen Situation entstand mein Zuckerwattenläufer:

Ich habe ein einfaches Perlmuster verwendet, eingerahmt in ein paar Maschen kraus rechts.

Die bunten Farben fand ich perfekt für das Kinderzimmer vom kleinen Äffchen, und sobald wir nächstes Jahr in unser Häuschen ziehen kommt es vors Bettchen.

Bis dahin macht es sich das gute Stück auf unserem Aktenschrank im Wohnzimmer gemütlich.

Das Ganze ließ sich wunderbar hirntot stricken, war also perfekt fürs Serien schauen geeignet und das Ergebnis fand ich angesichts des Garnes sogar richtig gut.

Manchmal kommt es eben nur darauf an was man daraus macht. 😉

 

Bleibt einfach,

Lili

Aus dem Leben : Kalter Kaffee

Es ist 8Uhr Morgens, das Äffchen und ich haben noch etwas im Bett gekuschelt. Doch ihr ist langsam langweilig und ich verlege sie vom großen Bett unter ihren kleinen Spielbogen. Die Fische bekommen jetzt erzählt was ein Baby so träumt, Mama geht erst mal in die Küche.

Erster Handgriff: Die Starttaste der Kaffeemaschine.

Ich höre ein kurzes Brummen als sich die Maschinerie des Vollautomaten in Gang setzt, zufrieden verschwinde ich ein paar Minuten im Bad. Erstmal Gesicht waschen und Haare bürsten. Sollte ich noch länger Haarausfall haben kann ich mir zumindest das bald sparen, scheiß Hormone!

Kurz lunze ich ins Wohnzimmer zum Spielbogen, die Nacht war anscheinend interessant, das findet hoffentlich auch das Seepferdchen. Wieder in der Küche stelle ich meine Tasse unter den Kaffeeauslauf und drücke die Doppeltaste. Warum halbe Sachen mit einer kleinen Tasse machen?

Die Maschinerie setzt sich wieder in Gang, Zeit erstmal die Katzen zu versorgen. Ich sammle Futter und Wassernäpfe ein, beim Kontrollblick zum Äffchen sehe ich wie sie gerade den rosa Quallenfisch misshandelt. Vielleicht hat er Wiederworte gegeben, dumme Qualle…

Der Kaffee ist mittlerweile durchgelaufen, ich fülle neues Futter und Wasser in die Näpfe. Felix und Leo verfolgen mich schon seit meinem ersten Gang in die Küche, ich interpretiere das penetrante miauen als einen Wink mit dem Zaunpfahl mich endlich mal zu beeilen. Ich schlängle mich zwischen ihnen hindurch und stelle die Näpfe an die gewohnten Plätze, es wird still ausgelost wer welchen Napf bekommt. Ob es dahinter ein System gibt werde ich wohl nie heraus finden.

Wieder in der Küche nehme ich meine Tasse und rühre mir den gewohnten Löffel Honig in den Kaffee. Zucker ist mir zu süß, ungesüßter Kaffee ist zu bitter. Ich mag Honig.

Ich will daran nippen, er ist eindeutig noch zu heiß zum trinken. Ein Blick ins Wohnzimmer zeigt das die Fische noch interessant genug sind, mittlerweile ist der mit dem Spiegel an der Reihe.

Erstmal die Betten machen, Fenster auf zum durchlüften. Danach schnell den Abwasch vom Vortag wegräumen und neue Flasche für das Äffchen vorbereiten.

Ich höre es aus dem Wohnzimmer meckern und mache mich auf den Weg. Die Kater haben es sich mittlerweile auf dem Balkon gemütlich gemacht und bei den Näpfen sieht es aus wie auf dem Schlachtfeld. Ich sollte das Zeug einfach gleich auf dem Boden verteilen.

Beim Äffchen angekommen grinst sie mich frech an, war wohl einfach nur ein Kontrollmeckern. Mama war schnell genug da, also Alles gut. Ich drücke auf die dämlich grinsende Schildkröte und eine Dauerschleife von den immer drei gleichen Liedern geht los. Es gibt eine Taste mit der man andere Melodien einschalten kann, aber entweder funktioniert das nicht wirklich oder ich kann den Unterschied einfach nicht mehr erkennen. Wie auch immer, das Äffchen ist erstmal wieder beschäftigt.

Einmal im Wohnzimmer merke ich das vom gestrigen Abend auf der Couch noch Einiges stehen geblieben und durcheinander ist. Also schnell wieder alles aufgeräumt, Decken zusammengelegt, Kissen wieder ordentlich platziert und Tassen eingesammelt.

Mit dem Geschirr mache ich mich dann auf in die Küche und sehe dort meine vereinsamte Kaffeetasse. Froh über meine Entdeckung nehme ich einen Schluck, mit ganz viel Fantasie kann man ihn noch als lauwarm bezeichnen. Wegschütten gibts nicht, Koffein ist überlebenswichtig. Ich trinke tapfer aus und stelle die Tasse wieder unter den Auslauf, die Zweite wird bestimmt besser…

Die Maschine brummt, in der Zeit kann ich kurz Wäsche ansetzen. Ich laufe durch die Zimmer und sammle ein was waschbar aussieht. Die Couch passt leider nicht in die Maschine, Katzen schon. Ich sollte vorsichtig sein…

In der Küche rühre ich kurz den Honig in den Kaffee, er ist noch zu heiß. Ich stopfe die Sachen in die Trommel. Kein miauen. Soweit, so gut…

Aus dem Wohnzimmer dröhnt Gejammer, das Gedudle scheint selbst dem Äffchen mittlerweile gewaltig auf die Eierstöcke zu gehen. Die Fische haben ausgedient, ich verfrachte das meckernde Bündel in ihren tragbaren Schaukelsitz. In dem Ding kann sie gut beobachten, sie ist glücklich. Ich schleppe sie mit hinüber ins Schlafzimmer, bevor die neue Wäsche fertig ist sollte ich die Alte vom Ständer abnehmen. Ich fange an lustige Grimassen zu schneiden während ich T-Shirts zusammenlege. Das Äffchen lacht, ich lache mit ihr.

Als ich fertig bin denke ich mir, wenn du schon einmal im Schlafzimmer bist kannst du auch gleich saugen, noch ist das Äffchen friedlich. Also Staubsauger in die Hand und über den Teppich getanzt. Das Geräusch hat eine hypnotisierende Wirkung auf Babies, der Kleinen fallen langsam die Augen zu.

Ich habe die Hoffnung das sie kurz wegnickt, nur 5min damit ich in Ruhe meinen Ka…

Zu früh gefreut, als der Staubsauger aus ist gehen die Augen weit auf und die Fäustchen werden wütend in die Luft gestreckt. Hinzu kommt ein vorwurfsvoller Blick und eine schmatzende Schnute. Ich stecke den Schnuller rein, er wird ausgespuckt. Ich schaue auf die Uhr, es ist kurz vor 9, Zeit für ihre nächste Flasche.

Also ab auf den Wickeltisch, Faxen gemacht und Arsch gesäubert. Ihrer, nicht meiner wohlgemerkt. Danach ab auf die Couch und Fläschchen in die Schnute. Gegen Ende fallen die Äuglein schon zu, nach ihrem Bäuerchen lege ich Sie in ihren kleinen Stubenwagen. Das Äffchen ist satt und zufrieden, die Waschmaschine surrt ihr Lied und die Kater schnurren auf dem Balkon die Sonne an.

Ich gehe in die Küche und trinke einen Schluck aus meiner Tasse.

Der Kaffe ist kalt…

Vielleicht ist ja die Maschine kaputt?

 

 

Aus dem Leben: Willkommen auf dem Ponyhof!

Es gibt eine sehr spezielle Art von Menschen, ich nenne sie einfach mal Anwärter auf einen Platz im Ponyhof.

In den Köpfen dieser Menschen spielt sich ein schier unendliches Lied des Selbstmitleides ab.

 

Der Job ist scheiße, weil a) die Kollegen nerven, b) der Chef keine Ahnung hat und/oder c) man ja nicht entsprechend seiner herausragenden Leistungen entlohnt wird. (Es gibt auch noch d bis schlag mich tod, aber wir wollens nicht übertreiben)

In der Familie läuft es nicht weil a) der Partner einen einfach nicht versteht, b) man ja kaum noch Freizeit hat und/oder c) man es ja sowieso Keinem Recht machen kann. (Auch hier gibt es noch unzählige andere Varianten)

Die Gesundheit ist am Arsch…

Das Geld ist nie genug…

Ich will unbedingt abnehmen, aber…

 

Ihr versteht das Prinzip nehme ich an.

Das Faszinierende an diesen Menschen ist das man im Gespräch mit Ihnen feststellt das sie an der Situtation selten etwas ändern wollen.

Es gibt sehr wohl Versuche, allerdings sind diese komplett überspitzt. Die Realität bleibt dann weit hinter den Erwartungen zurück und das Ganze ist genauso schnell beendet wie es angefangen hat. Schuld sind natürlich meistens Andere.

Kommen wir nun zurück zum Ponyhof, ein Platz dort steht diesen Menschen nämlich in Ihren Köpfen aus Prinzip zu. Alles muss perfekt sein, muss Spaß machen und einen erfüllen. Tut es das nicht ist es scheiße, in jeglicher Hinsicht.

Das Problem bei der Sache, Nichts in dieser weiten Welt ist immer nur rosa, duftet und lässt einem Konfetti aus dem Arsch regnen. Alles hat zwei Seiten, egal welcher Bereich des Lebens.

Aus aktuellem Anlass ziehe ich hier mein wunderbares kleines Äffchen zur Erklärung heran.

Sie ist großartig, sie lacht so viel und erfüllt mich mit einem Stolz wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Jeden Tag scheint sie mehr und mehr dazu zu lernen, sie ist agil und neugierig und überhaupt in meinen Augen das großartigste Wesen das je einen Fuß auf diese Welt gesetzt hat.

Soviel zum Hauptteil des Tages…

Dann gibt es da noch dieses, ich bin jetzt mal bedrückend ehrlich, nervige kleine Balg dem man es manchmal einfach nicht Recht machen kann. Da wird geschrien, gequengelt und gemeckert bis Mama auch bald zum Affen mutiert. Sie kann jetzt zum Beispiel schon einigermaßen ihre Hände benutzen, oft dazu um die Flasche weg zu schlagen um dann in Geschrei auszubrechen weil sie weg ist.

Doch das gehört genauso dazu wie der andere Teil, macht Diesen aber dafür nicht weniger besonders. Ich würde sogar behaupten die schlechten Momente lassen einen die Guten umso mehr genießen.

Und die Moral von der Geschicht?

Das Leben ist ein Ponyhof, doch selbst da muss man ab und an mal Scheiße wegräumen. 😉

 

Bleibt einfach,

Lili

 

 

 

Projektvorstellung: Die Bee Blanket von We are Knitters

Natürlich sollen meine Handarbeitseskapaden trotz allem Umdenken nicht zu kurz kommen.

Ich war nicht untätig in all den Monaten und habe immer mal wieder etappenweise gestrickt. Stolz bin ich auf meine Werke die aus den Sets von We are Knitters entstanden sind. Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt dort etwas zu bestellen und gab mir dann mal einen Ruck es auch wirklich zu tun. Besonders angetan hat es mir das Bienenwabenmuster der Bee Blanket.

Wie einige mitbekommen haben hat es unser Äffchen ja ziemlich spannend gemacht was das Geschlecht betraf, deshalb musste ich was passende Farben anging kompromissbereit sein. Mein erster Gedanke galt dem schönen gelb welches auch auf der Bestellseite zu sehen ist, leider war natürlich genau Das ausverkauft. Also entschied ich mich für den Farbton Minze. Wie sich zeigte bei Weitem nicht die schlechteste Wahl.

Bei jedem Set ist immer ein Schwierigkeitsgrad angegeben. Es wird unterschieden in Anfänger, einfach, mittel und fortgeschritten.

Als ich das Set damals gekauft hatte (Mai 2016) war noch einfach als Niveau veranschlagt, mittlerweile wurde es aber zu mittel geändert. Ich für meinen Teil finde das auch passender. Einmal im Muster drin strickt es sich zwar relativ gut, am Anfang ist man aber etwas gefordert. Das gilt natürlich hier nicht für die absoluten Strickveteranen, aber zu denen gehöre ich noch lange nicht.

In so einem Set ist prinzipiell Alles enthalten was man braucht um sofort los zu legen. Zwar bin ich gut bestückt was Strickwerkzeug angeht, aber die langen  Holznadeln haben es mir angetan und so habe ich Diese dazu geordert. Man kann bei jeder Bestellung die Nadeln auch weglassen und spart so pro Set 10€.

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Im Set für meine Bee Blanket waren 3 Knäuel Prima-Baumwolle, ein paar Stricknadeln 5mm, eine Stopfnadel, ein Label zum annähen und natürlich die Anleitung enthalten.

Die Qualität des Garns hat mich schon beim Auspacken absolut begeistert. Die Knäuel sind sehr groß, insgesamt 100g mit einer Lauflänge von 212m und die Farben sind schön kräftig ohne dabei künstlich zu wirken. Die 300g haben ausgereicht um eine schöne Babydecke mit den Maßen 65cm x 70cm zu stricken.

Ich spiele mit dem Gedanken mal ein Wollpaket mit 10Knäuel zu bestellen und diese Decke in groß für mich zu stricken. Als ich mit dem Äffchen im Krankenhaus lag habe ich viel mit der kleinen Variante gekuschelt, allerdings bedeckt man damit als Erwachsener nicht all zu Viel.

Was die Preise betrifft spielt We are Knitters in der oberen Liga, allerdings hat mich die Qualität noch keinen Kauf bereuen lassen. Auch warte ich über den Newsletter immer auf Rabattaktionen und 20% werden des Öfteren angeboten, ab 80€ Bestellwert spart man sich zusätzlich noch die Versandkosten.

Abschließend möchte ich betonen das ich für das vorangegangene Loblied nicht entlohnt werde, die Begeisterung ist echt. 😀

Bleibt einfach,

Lili

 

 

Und plötzlich war ich Mutter…

10Monate Schwangerschaft, davor noch der lang ersehnte Wunsch ein Kind in diese Welt zu setzen…

Doch Nichts und Niemand kann einen auf den Moment vorbereiten in dem es tatsächlich soweit ist!

Nahe dem Geburtstermin wurde ich immer nervöser und steigerte mich hin zu der tiefen Überzeugung nie ein Kind gewollt zu haben. Ich wusste nicht mal annähernd WAS ich mit einem Baby den ganzen Tag anfangen sollte, geschweige denn WIE ich das Alles tun sollte.

Nunja, rückgängig zu machen war die ganze Angelegenheit nun nicht mehr und soweit ich das beurteilen kann ist umtauschen nicht wirklich eine Option.

Am Ende vom Lied habe ich mich meinem Schicksal ergeben und so kam am 03.Juni 2016 am Mittag unsere kleine Tochter zur Welt!

Ich muss wohl nicht erwähnen das ich sie weder umgetauscht noch sonst etwas in dieser Art mit ihr getan habe.

Auf einmal war Alles so furchtbar simpel…

All die Ängste die ich hatte waren wie weggeblasen und wurden von einem faszinierenden Mutterinstinkt abgelöst.

Seit diesem Tag sind nun schon wieder fast 4Monate vergangen und unsere kleine Familie hat sich zusammengelebt. Da mein kleines Äffchen schon ab 20Uhr Abends im Bett liegt und friedlich schlummert haben sich in meinem Kopf Ideen breit gemacht wie es denn mit meinem Blog weiter gehen soll.

Klischeehaft haben sich meine Prioritäten nun verschoben und ich wollte nicht mehr nur über die Handarbeit schreiben. So kam mir nach Langem hin und her die Idee des neuen Titels: Die Kunst EinfaCh zu SeIN!

Somit möchte ich offiziell eine neue Art bekannt geben: Die ECHSIN!

Dabei möchte ich betonen das man sowohl eine als auch ein ECHSIN sein kann. Die Endung ergibt sich auch der Zusammensetzung der Wörter „einfach“ und „sein“, nicht aus dem Geschlecht. 😉

Zusätzlich habe ich auch einen Instagram-Account für meinen Blog gemacht, da man so auch mal Kleinigkeiten teilen kann für die nicht gleich ein ganzer Blogeintrag nötig wird.

Für Alle die interessiert sind: @blog.inanitas

Ich freue mich darauf dem Blog wieder neues Leben einzuhauchen.

Also bleibt einfach,

Lili