Aus dem Leben : Kalter Kaffee

Es ist 8Uhr Morgens, das Äffchen und ich haben noch etwas im Bett gekuschelt. Doch ihr ist langsam langweilig und ich verlege sie vom großen Bett unter ihren kleinen Spielbogen. Die Fische bekommen jetzt erzählt was ein Baby so träumt, Mama geht erst mal in die Küche.

Erster Handgriff: Die Starttaste der Kaffeemaschine.

Ich höre ein kurzes Brummen als sich die Maschinerie des Vollautomaten in Gang setzt, zufrieden verschwinde ich ein paar Minuten im Bad. Erstmal Gesicht waschen und Haare bürsten. Sollte ich noch länger Haarausfall haben kann ich mir zumindest das bald sparen, scheiß Hormone!

Kurz lunze ich ins Wohnzimmer zum Spielbogen, die Nacht war anscheinend interessant, das findet hoffentlich auch das Seepferdchen. Wieder in der Küche stelle ich meine Tasse unter den Kaffeeauslauf und drücke die Doppeltaste. Warum halbe Sachen mit einer kleinen Tasse machen?

Die Maschinerie setzt sich wieder in Gang, Zeit erstmal die Katzen zu versorgen. Ich sammle Futter und Wassernäpfe ein, beim Kontrollblick zum Äffchen sehe ich wie sie gerade den rosa Quallenfisch misshandelt. Vielleicht hat er Wiederworte gegeben, dumme Qualle…

Der Kaffee ist mittlerweile durchgelaufen, ich fülle neues Futter und Wasser in die Näpfe. Felix und Leo verfolgen mich schon seit meinem ersten Gang in die Küche, ich interpretiere das penetrante miauen als einen Wink mit dem Zaunpfahl mich endlich mal zu beeilen. Ich schlängle mich zwischen ihnen hindurch und stelle die Näpfe an die gewohnten Plätze, es wird still ausgelost wer welchen Napf bekommt. Ob es dahinter ein System gibt werde ich wohl nie heraus finden.

Wieder in der Küche nehme ich meine Tasse und rühre mir den gewohnten Löffel Honig in den Kaffee. Zucker ist mir zu süß, ungesüßter Kaffee ist zu bitter. Ich mag Honig.

Ich will daran nippen, er ist eindeutig noch zu heiß zum trinken. Ein Blick ins Wohnzimmer zeigt das die Fische noch interessant genug sind, mittlerweile ist der mit dem Spiegel an der Reihe.

Erstmal die Betten machen, Fenster auf zum durchlüften. Danach schnell den Abwasch vom Vortag wegräumen und neue Flasche für das Äffchen vorbereiten.

Ich höre es aus dem Wohnzimmer meckern und mache mich auf den Weg. Die Kater haben es sich mittlerweile auf dem Balkon gemütlich gemacht und bei den Näpfen sieht es aus wie auf dem Schlachtfeld. Ich sollte das Zeug einfach gleich auf dem Boden verteilen.

Beim Äffchen angekommen grinst sie mich frech an, war wohl einfach nur ein Kontrollmeckern. Mama war schnell genug da, also Alles gut. Ich drücke auf die dämlich grinsende Schildkröte und eine Dauerschleife von den immer drei gleichen Liedern geht los. Es gibt eine Taste mit der man andere Melodien einschalten kann, aber entweder funktioniert das nicht wirklich oder ich kann den Unterschied einfach nicht mehr erkennen. Wie auch immer, das Äffchen ist erstmal wieder beschäftigt.

Einmal im Wohnzimmer merke ich das vom gestrigen Abend auf der Couch noch Einiges stehen geblieben und durcheinander ist. Also schnell wieder alles aufgeräumt, Decken zusammengelegt, Kissen wieder ordentlich platziert und Tassen eingesammelt.

Mit dem Geschirr mache ich mich dann auf in die Küche und sehe dort meine vereinsamte Kaffeetasse. Froh über meine Entdeckung nehme ich einen Schluck, mit ganz viel Fantasie kann man ihn noch als lauwarm bezeichnen. Wegschütten gibts nicht, Koffein ist überlebenswichtig. Ich trinke tapfer aus und stelle die Tasse wieder unter den Auslauf, die Zweite wird bestimmt besser…

Die Maschine brummt, in der Zeit kann ich kurz Wäsche ansetzen. Ich laufe durch die Zimmer und sammle ein was waschbar aussieht. Die Couch passt leider nicht in die Maschine, Katzen schon. Ich sollte vorsichtig sein…

In der Küche rühre ich kurz den Honig in den Kaffee, er ist noch zu heiß. Ich stopfe die Sachen in die Trommel. Kein miauen. Soweit, so gut…

Aus dem Wohnzimmer dröhnt Gejammer, das Gedudle scheint selbst dem Äffchen mittlerweile gewaltig auf die Eierstöcke zu gehen. Die Fische haben ausgedient, ich verfrachte das meckernde Bündel in ihren tragbaren Schaukelsitz. In dem Ding kann sie gut beobachten, sie ist glücklich. Ich schleppe sie mit hinüber ins Schlafzimmer, bevor die neue Wäsche fertig ist sollte ich die Alte vom Ständer abnehmen. Ich fange an lustige Grimassen zu schneiden während ich T-Shirts zusammenlege. Das Äffchen lacht, ich lache mit ihr.

Als ich fertig bin denke ich mir, wenn du schon einmal im Schlafzimmer bist kannst du auch gleich saugen, noch ist das Äffchen friedlich. Also Staubsauger in die Hand und über den Teppich getanzt. Das Geräusch hat eine hypnotisierende Wirkung auf Babies, der Kleinen fallen langsam die Augen zu.

Ich habe die Hoffnung das sie kurz wegnickt, nur 5min damit ich in Ruhe meinen Ka…

Zu früh gefreut, als der Staubsauger aus ist gehen die Augen weit auf und die Fäustchen werden wütend in die Luft gestreckt. Hinzu kommt ein vorwurfsvoller Blick und eine schmatzende Schnute. Ich stecke den Schnuller rein, er wird ausgespuckt. Ich schaue auf die Uhr, es ist kurz vor 9, Zeit für ihre nächste Flasche.

Also ab auf den Wickeltisch, Faxen gemacht und Arsch gesäubert. Ihrer, nicht meiner wohlgemerkt. Danach ab auf die Couch und Fläschchen in die Schnute. Gegen Ende fallen die Äuglein schon zu, nach ihrem Bäuerchen lege ich Sie in ihren kleinen Stubenwagen. Das Äffchen ist satt und zufrieden, die Waschmaschine surrt ihr Lied und die Kater schnurren auf dem Balkon die Sonne an.

Ich gehe in die Küche und trinke einen Schluck aus meiner Tasse.

Der Kaffe ist kalt…

Vielleicht ist ja die Maschine kaputt?

 

 

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5 Gedanken zu “Aus dem Leben : Kalter Kaffee

  1. Pingback: Auf Wiedersehen Oktober | Inanitas

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