Das andere Ich

Es gibt die Theorie, das es neben unserer Realität, so wie wir sie kennen, noch viele weitere Varianten eben Dieser gibt.
Manchmal ist dort vielleicht nur eine Kleinigkeit anders.
Eventuell ist der Himmel grün statt blau, Hunde miauen oder Männer bekommen die Kinder.
Rein theoretisch ist Alles möglich, also auch eine Dimension in der es ein anderes Ich gibt.

In dieser Dimension habe ich mich an der ein oder anderen Weggabelung anders entschieden, bin nach rechts statt nach links gegangen, habe einen Umweg genommen statt die Abkürzung.

Da, so stelle ich mir vor, trennten sich die Wege von mir und meinem anderen Ich das erste Mal schon im Kindergartenalter.

Das andere Ich war schon immer ein geselliges kleines Mädchen, aufgeschlossen gegenüber ihren Mitmenschen und immer zum spielen zu haben.
In dieser Zeit mochte ich es schon eher ruhig.
Zwar spielte ich auch mit anderen Kindern, doch war ich auch nicht böse wenn ich alleine war.
Vieles war mir zu laut, zu viel, dem anderen Ich konnte es gar nicht Trubel genug sein.

Von diesem Charakterzug, ob extrovertiert oder introvertiert, hing Vieles im Laufe der nächsten Jahre ab.

Vielleicht ging sie genauso zum Klavierunterricht wie ich es tat, doch tauschte nach 3 Jahren nicht die Klaviatur gegen das Karatetraining.
Während ich Kampftechniken lernte, verfeinerte sie ihre Spielweise.
Während ich an Turnieren teilnahm, gab sie auf kleinen Konzerten ihr Können zum Besten.

Eventuell fiel ihr mit 13 Jahren das gleiche Buch in die Hände wie mir, ein Lehrbuch der Chirurgie. Doch sie machte aus der Faszination ein Lebensziel und setzte Alles daran Dieses zu erreichen, während ich ziellos von einer Jobidee zur Nächsten sprang.

Sie wusste das für das Medizinstudium ein guter Abschluss notwendig war.
So lernte sie und setzte Alles daran das bestmögliche aus dem Abitur herauszuholen.
Während ich mit dem zufrieden war was mir in den Schoß fiel und mit 2.0 den Abschluss machte, schaffte sie einen guten Einser-Schnitt und ergatterte sich das ersehnte Medizinstudium.

Mich verschlug es über einen kurzen Umweg über die Bundeswehr in die Gastronomie, während mein anderes ich fleißig an ihrem Doktortitel arbeitet.

Schon mit 19 fand ich den Mann mit dem ich die nächsten Jahre meines Lebens teilen würde.
Wir entwickelten uns gemeinsam weiter, gründeten eine Familie und kauften ein Haus.

Auch mein anderes Ich verschlug es in die ein oder andere Beziehung, doch auch Abenteuer war sie im Gegensatz zu mir nicht abgeneigt.

Sie reist gerne, lernt viele Leute kennen und konzentriert sich ansonsten auf ihre Karriere.

Wir sind so unterschiedlich wie man es sich nur vorstellen kann und doch glücklich mit unseren Entscheidungen, ohne Reue wie wir unseren Weg gegangen sind, mit Allen Höhen und Tiefen die es zu überwinden galt.

Doch Eines fällt mir ein haben wir noch gemeinsam: Wir schreiben beide einen Blog!

Ihr Artikel heute heißt „Das andere Ich“.

In diesem Artikel stellt sie sich mein Leben vor, wahrscheinlich Alles etwas bunter und fröhlicher als es ist, genauso wie ich mir Ihres.
Sie malt sich meinen Ehemann aus, die kleine Tochter die sie in den Armen hält und der sie versucht eine gute Mutter zu sein.

Trotz des Glücks das wir Beide auf unserem Lebensweg empfinden, stellt sich uns am Ende doch die gleiche Frage…

Wie wäre es wohl, Sie zu sein?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s