Von Entscheidungen

Ich glaube fast jeder kennt dieses Gefühl der Stagnation.
Es gibt Momente in denen man nicht umher kommt zu denken, dass irgendwie aus irgendeinem Grund einfach Alles falsch läuft.
Das Leben müsste anders sein, zumindest nicht so, und man fragt sich wo genau man denn jetzt eigentlich die falsche Abzweigung genommen hat.
Doch im Endeffekt war es nicht diese eine Ausfahrt die zu Allem geführt hat.
Es waren hunderte von kleinen und großen Entscheidungen, welche uns genau an diesen Punkt gebracht haben.

All zu oft schieben wir bei der Begründung unserer Entschlüsse Andere nur zu gerne vor.

„Eigentlich möchte ich ja abnehmen, aber meine Mutter/Oma/der fremde Koch im Restaurant hat sich so viel Mühe beim Koch/Backen gemacht. Da musste ich auch zuschlagen, sonst wäre sie/er bestimmt beleidigt gewesen.“

„Eigentlich bin ich unglücklich in meinem Beruf, doch meine Freunde/Familie/der Nachbarshund haben mir davon abgeraten einen sicheren Job in diesen Krisenzeiten aufzugeben.“

„Eigentlich wollte ich mehr Sport machen, doch mein Partner/die Katze/das Meerschweinchen kuschelt Abends immer so gerne mit mir auf der Couch. Das kann ich ihm/ihr doch nicht abschlagen.“

Ich könnte noch ewig so weiter machen, aber ich gehe davon aus ihr habt das Prinzip verstanden.

Natürlich gibt es immer Gründe für unsere Entscheidungen und ja, manchmal spielt unser Umfeld eine immense Rolle.
Es ist nicht unbedingt ratsam allein über das Ziel des Familienurlaubs zu entscheiden, doch um solche Angelegenheiten geht es nicht.

Was ich meine sind unsere persönlichen Belangen.

Wenn ich ein Ziel habe, etwas was ich unbedingt erreichen möchte, dann sollte man doch meinen das ich auch alles dafür in meiner Macht stehende tue.
Doch stattdessen verhalten wir uns immer wieder entgegen besseren Wissens.

Ein Stück Sahnetorte statt des Joghurts mit Früchten, wieder brav zur Arbeit gehen statt endlich den Arsch hoch zu bekommen und sich was Neues zu suchen, wieder einen Abend vor dem Fernseher statt einer halben Stunde Training.

Es sind die Entscheidungen jedes einzelnen Tages welche unser Leben bestimmen.

Die große eine „Rechts-oder-Links“-Frage gibt es schlicht und ergreifend nicht, niemand hat nur eine einzige Entscheidung zu treffen.

Jeden Tag aufs Neue entscheiden wir uns selbst entweder für oder eben gegen uns, unsere Prinzipien und Ziele.

Im Endeffekt ist es doch so furchtbar simpel.

Bei jeder metaphorischen Kreuzung an der wir stehen sollten wir uns nur eine wichtige Frage stellen:

In welcher Richtung liegt mein Ziel?

Und wenn man sich dann immer noch für das gegenteilige Verhalten entscheidet, wenn man sich selbst nicht wichtig genug ist die passende Entscheidung zu treffen, ist es schlicht und ergreifend die eigene Schuld.

Nicht die der Mutter, der Oma, des Partners, der Kinder, der Freunde, des Nachbarshundes oder des Meerschweinchens.

In diesem Sinne…

Bleibt einfach,
Lili

Persönlichkeitsentwicklung : Aufschieberitis

Ich habe überlegt diesen Artikel mit in die Rubrik „Aus dem Leben“ zu schreiben, allerdings schien mir das nicht passend. Dabei geht es immer um eine etwas ironische Sicht auf die alltäglichen Situationen des Lebens, doch hier geht es nun genau darum wie im Endeffekt nun auch die neue Serie heißt: Persönlichkeitsentwicklung!

„Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.“ – Laotse

Um gleich mit dem Hammer auf den wunden Punkt zu hauen fangen wir mit einem Thema an das mit an Sicherheit angrenzende Wahrscheinlichkeit jeder von uns kennt – das Aufschieben!

Laut Definition bedeutet es soviel wie „auf später verlegen“. Das Verschieben wird auffällig anders definiert, nämlich „auf einen späteren Zeitpunkt festlegen“.

Das heißt also, verschieben wir etwas, zum Beispiel einen Termin, legen wir sofort einen neuen Termin dafür fest. Dem zu Grunde liegt meist ein „Notfall“ der dazwischen kommt, zum Beispiel weil das Auto nicht anspringt.

Schieben wir jedoch etwas auf, so ist der Zeitpunkt der Ausführung immer noch genauso ungewiss wie vorher, denn eigentlich haben wir gar nicht vor es wirklich zu tun. Zumindest nicht solange es nicht entgegen allen guten Willens sein muss.

Ich bin ein Paradebeispiel für die offiziell anerkannte Krankheit Aufschieberitis. Meistens bricht sie aus bei nötiger Steuererklärung, Kontrollterminen beim Zahnarzt oder dem Abschließen von Strickarbeiten insofern nähen erforderlich ist. Die Symptome sind Realitätsverzerrung und unkontrollierte Ausrufe wie „das kann ich auch später noch machen“ oder „so wichtig ist das ja nicht“, ein schlechtes Gewissen gibt es Abends noch dazu.

Und das ist nun das Fatale an der eigentlichen Geschichte, denn wirklich besser geht es uns danach nicht. Das schlechte Gefühl etwas wieder nicht gemacht zu haben zieht sich länger als die eigentliche Zeit die wir bräuchten um den Mist einfach mal in Angriff zu nehmen.

Zusätzlich sammeln sich solche Tätigkeiten ja auch gerne an. Um beim Stricken zu bleiben, weil sich viele der Leser damit sicher gut identifizieren können, nehmen wir mal unsere allseits geliebten Ufo’s (Unfinished Objekts oder auch Unfertige Objekte).

Eigentlich wollen wir die gearbeiteten Sachen ja auch mal tragen, benutzen oder verschenken, und doch ist es so verlockend einfach was Neues anzufangen. Also wird es zur Seite bzw. in eine Kiste gelegt, und immer wenn wir etwas Neues dazu tun, das genauso nicht fertig ist, schreien uns die Ufo’s höhnisch ins Gesicht.

Wir fühlen uns schlecht dabei, tun den Deckel drauf und fangen was Neues an. Haben wir ja bis jetzt immer so gemacht und bis die Kiste das nächste mal aufgeht dauert es ja bestimmt noch ne Weile.

Beliebt sind auch Sätze wie: „Das Projekt muss ich jetzt unbedingt noch machen, aber danach beende ich erstmal Alles andere.“ Oder um auch mal wieder den Alltag aufzugreifen: „Es ist ja erst September, für den Zahnarzt hab ich ja noch ein paar Monate Zeit. So dringend ist es ja nun wirklich nicht.“

Was soll ich sagen, Letzteres stimmt. Dringend ist es nicht, NOCH nicht! Aber spätestens im Dezember wird es knapp, ist doch aber auch viel besser sich darüber aufzuregen das man nie rechtzeitig Termine bekommt. 😉

Fazit: Wir tun Dinge nicht die wir tun sollten und fühlen uns am Ende total beschissen, was uns allerdings nicht davon abhält das gleiche Muster immer und immer zu wiederholen.

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ – Einstein

Demnach gibt es doch ein einfaches Rezept gegen die Aufschieberitis : Durchbrechen wir den Teufelskreis!

Da sich das Eichhörnchen mühsam ernährt fangen wir klein an, in meinem Falle bei meinen Ufos.

Momentan habe ich 4 unfertige Objekte:

  1. Einen Pullover für eine Freundin von We are Knitters, da fehlen nur noch zwei Nähte und eine Kordel zum Abschluss.
  2. Ein Top, ebenfalls von We are Knitters, bei dem ich die Seitennähte nochmal auftrennen muss um sie ordentlich zu vernähen.
  3. Eine Babydecke für ein befreundetes Pärchen, da habe ich gerade mal 6 Reihen bis jetzt.
  4. Eine Jägerweste für mich, inspiriert von der Filmreihe „Tribute von Panem“.

Genau in der Reihenfolge wie die Projekte aufgeführt sind werden die Stücke nun auch fertig gestellt. Als Beweis werde ich zu jedem Teil eine Projektvorstellung machen sobald es beendet ist. Es wird bis nicht zwischendurch dann doch an einer anderen Nummer gearbeitet, geschweige denn noch ein neues Projekt begonnen.

Sobald das geschafft ist werde ich auch immer nur ein Projekt auf einmal arbeiten. Es gibt nur eine Ausnahme, und zwar wenn kompliziertere Stücke auf den Nadeln hängen. Für Wartezimmer oder Ausflüge nehme ich mir immer gerne etwas mit was man total hirntot stricken oder häkeln kann, damit man unterwegs keine großen Anleitungen mitnehmen oder Reihen und Maschen zählen muss.

Mal schauen wie es danach mit meiner Aufschieberitis aussieht. 😉

Was habt ihr schon ewig auf eurer To-Do-Liste des Grauens? Ich lade euch herzlich ein mit mir den inneren Schweinehund zu bekämpfen!

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Bleibt einfach,

Lili